Bau einer runden Sternwarte 2005

 

Mein Jugendtraum wurde dieses Jahr wahr.Die runde Sternwarte wurde komplett aus Holz gebaut -mit drehbarer Kuppel und sie hat einen Durchmesser von 3,20m. Später soll ein 14 zoll Newtonteleskop seinen festen Standpunkt finden . Zuerst wurde die Grube ausgehoben. Dies hat beistraffer Arbeitsweise eine Woche gedauert.Dann wurde der erste Basisring fertiggestellt. Dazu hatten wir uns eine Schablone als Halbkreis erstellt. 2 weitere werden dann noch folgen.


Der 1. Basisring wurde heute bei gutem Wetter gestrichen und dann anschließend auf 16 Schuhen montiert. Die Schuhe werden später in estrich gesetzt und sind dann mit dem Fußboden fest verbunden. Gleichzeitig wurden die Schuhe mit einem durchgehenden Bolzen pro Schuh fest verschraubt. Gleichzeitig wurde der Stahlträger, der auch vorher meinen 6 zoll Refraktor trug , in Position gebracht. Das heißt er wurde auf Mitte gestellt und dann korrekt in Waage gebracht und eingenordet. morgen fangen wir dann endlich mit dem Unterbeton an.

Dann wurde der erste Basisring der Sternwarte in Beton gesetzt. Man glaubt gar nicht wieviel Beton in ein Kreis von 3,20 metern Durchmesser reinpasst. 3 Kubikmeter habe ich schon reingeschaufelt und ca. 2 Kubikmeter werden wohl noch reinpassen. Der erste Basisring mit den Betonschuhen wurde mittels 4 meter langer Latte in Waage und in die endgültige Position gerückt. Danach wurden die Schuhe einbetoniert.

Bei der Endschicht wurde der Beton mit mehr Zement angesetzt. Abgezogen wurde von innen mit einer auf Maß gesetzten Abziehlatte. Dabei wurde darauf geachtet daß vom Mittelpunkt nach außen ein wenig Gefälle ist. Dann nachdem der Beton angezogen war wurde nochmal mit einem Sieb Zement fein auf die oberfläche gebracht und dann ganz sauber mit einer großen kelle abgezogen.
Insgesamt waren es 68 Sack Zement a 25 Kilo und 5 Kubikmeter Kies die in die ausgehobene Grube passten. die Grube ist 60 cm tief und der Außendurchmesser der Grube beträgt 3,20 Meter so das der ring auf genau 3 Meter Außendurchmesser kommt.


Ein mit der schwierigste Teil beim Bau einer runden Sternwarte wurde jetzt geschafft. Nachdem vor 2 Wochen die Betonarbeiten beendet wurden ging es nun an den Bau des 3. Basisringes der Sternwarte. Dieser wurde so gestaltet daß er ca. 10 cm größer ist als der 2 Basisring. Wenn dann die Kuppel später montiert wird hat dies den vorteil daß die Verschalung unter den 2. Basisring kommt ohne den 2. Ring zu berühren. Das ist nötig damit das Regenwasser nicht zwischen den 3 . und 2. Ring laufen kann. Auf dem 3 . Basisring, auf dem dann später die Kuppel montiert wird, wurden dann 16 Torrollen montiert. Diese wurden jeweils mit einer Aufnahmeplatte mit 2 senkrechten Stegen verschweißt und verschraubt. Durch die Aufnahmeplatten erhält der Ring durch die Verschraubung nochmal zusätzlich Stabilität. Auf dem 2. Basisring wurden 16 U- Träger mit jeweils seitlicher Gewindebohrung montiert. In die Gewindebohrungen kamen dann jeweils von beiden Seiten Bolzen. Mit diesen Bolzen haben wir den runden Stahlring in Endposition gebracht, denn dieser muß exakt rund sein damit die Rollen nicht aus dem Ring springen. Der Stahlring wurde in einer Stahlbaufirma gebogen und besteht aus 4 Einzelteilen. Diese wurden dann verschweißt , die Schweißstellen bearbeitet damit die Rollen rund laufen. Dann wurde der Stahlring vermessen und auf die runde Endposition gebracht. Das hat dann doch 5 Stunden gedauert und erwies sich als nicht einfach. Dann wurden die Justierschrauben wieder entfernt und der Ring wurde auf den U- Trägern aufgeschweißt.

Nun wurde mit dem Bau der Kuppel begonnen. Es wurden zuerst die Spanten für den Spaltverschluß gebaut. Die Spaltbreite beträgt 80 cm. Sie wurde so gewählt damit man später mit einem 14 Zoll Teleskop noch bequem beobachten kann und die Kuppel dann nicht allzuoft bei der Langzeitbelichtung nachgeführt werden muß. Da die Spanten 3 lagig sind , mußten sie ein wenig versetzt genagelt werden . Damit wird die Rundung der Nebenspanten fortgeführt. der Spaltverschluß wurde bei 120 Grad miteinander verbunden. Die 120 Grad müssen sein damit man auch im Zenit bequem beobachten kann. Dann wurde im Spaltverschluß genau auf 90 Grad ein Lot gesetzt. Dieses dient zum ausrichten der Nebenspanten. Die Nebenspanten wurden dann gefertigt . Es werden insgesamt 18 Nebenspanten gesetzt. Das Setzen der Nebenspanten erweist sich doch als ziemlich schwierig aber es ist machbar. Sie werden mittels Lot ausgerichtet , dann wird der Spanten auf dem Spaltverschluß aufgelegt . Damit erhält man dann immer den exakten G ährungsschnitt. Dieser ist bei jeder Spante anders. die Hälfte der Nebenspanten ist fertig und verschraubt. Der Rest wird vorgefertigt und beschriftet and dann später aufgesetzt. Die Kuppel wird sonst zu schwer und kann sonst nicht mehr bewegt werden . Dann haben wir die Kanthölzer auf 1,70 meter gesägt und mittels Wasserwaage in Waage auf dem ersten Basisring verschraubt. Dann konnte der 2. Ring mit der Laufschiene auf die Kanthölzer gesetzt werden. Vorher wurde die H öhe der Kanthölzer berechnet damit man auch in Horizontnähe beobachten kann.

Nachdem die Seitenspanten komplett waren wurde die Kuppel mit 4 Helfern auf den Ring gesetzt. 9 von insgesamt 18 Spanten wurden erst später montiert da das gewicht zu hoch gewesen wäre. dann wurde erstmal richtfest gefeiert....................... prost !!!!!!!!!
Dann wurde langsam damit begonnen die Segmente zum Beplanken zu fertigen und aufzunageln. Das ist eine extrem zeitaufwändige Arbeit da jedes Segment mit einem verstellbaren Winkel abgemessen werden muß. Außerdem müssen die Segmente genau mittig auf den Spanten sitzen damit die gleichmäßige Kugelform erhalten bleibt. Nach ca 20 Stunden hatten wir uns eingearbeitet . Außerdem wurden die senkrechten Kanthölzer mit nochmals mit Kanthölzern verbunden. Dadurch wird die Steifigkeit noch erhöht.
Nachdem die Kuppel montiert und auf das Grundgerüst aufgesetzt war ging es an die Verkleidung der Sternwarte. Dabei wurde Schalholz mit Nut und Feder verwendet. Diese wurden dann an den unteren und mittleren Basisring angeschraubt. Zum Schluß wurde die Verkleidung mit Farbe gestrichen. Nachdem das abgeschlossen war ging es daran die Ringe für den Spaltverschluß zu bauen. Diese wurden von einer Schlosserei aus Flachstahl vorgebogen.Dann wurden sie auf die Kuppel aufgesetzt und Halterungen ,auch aus Flachstahl, gebaut und verschweißt. Dann wurde der nächste Flachstahl ( welcher hochkant gebogen wurde und den äußeren Abschluß bildet) auf den unteren aufgeschweißt. Nach innen wurde noch ein schmalerer Ring aufgeschweißt.
In dieser F ührung läuft dann der Spaltverschluß. Dieser wird als Jalousie fungieren und beim öffnen wird wird diese außen nach hinten geführt. Das sind dann insgesamt ca. 30 Bretter die aneinander liegen, auf Rollen laufen und mit Scharnieren verbunden sind. Das funktioniert ungefähr so wie ein elektrisches Garagentor. Diese werden dann nach außen mit 30 Zinkblechen einzeln auf die Bretter genagelt. Gleichzeitig überlappen sie sich damit kein Wasser eindringen kann. Dann wurde noch zwischen drittem und zweitem Basisring eine Aluminiumverkleidung angebracht. Nachdem die beiden Ringe für den Spaltverschluß aufgesetzt worden waren konnte nun mit der Dacheinschalung begonnen werden. Dazu wurden Biberschwanzschindeln aus dem Baumarkt verwendet. Diese mußten aber ,um so mehr man nach oben kam ,einzeln zugechnitten werden ,da sie sich nach oben hin immer mehr überlappen. Nachdem das abgeschlossen war konnte mit dem Spaltverschluß weitergemacht werden. Die Jalousie ,welche komplett in einem Stück auf und zu geht, besteht aus 35 Einzelbrettern. Diese wurden miteinander mit Scharnieren verbunden . Außerdem laufen sie auf Rollen.Dadurch wird die Beweglichkeit in den Schienen gegeben . Die Bretter wurden dann mit Alublech verkleidet. Diese überlappen sich gegenseitig damit das Regenwasser ablaufen kann. Nachdem das abgeschlossen war wurde noch die runde T ür gebaut und gestrichen und die sternwarte ist nun einsatzbereit.